xmas19// Die LED Laternen zu Duesseldorf


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(c) duesseldorf.de[update] Duesseldorfs Oberbuergermeister Erwin und NRW Umweltminister Uhlenberg haben am 17.12.07 Deutschlands erste LED Strassenbeleuchtung in Betrieb genommen, verteilt auf 300m wurden vorerst 11 Leuchten installiert, die nur noch die Haelfte des Stroms verbrauchen. Es sei erst ein Beginn, das Ziel ist es moeglichst schnell, viele der 43’000 elektrisch betriebenen Strassenlaternen umzuruesten, um damit Stromkosten und deren Emissionen einzusparen.

Mit diesem und weiteren Pilotprojekten *unten* wird die innovative LED-Technik nun in Duesseldorf erstmalig offiziel in einer deutschen Kommune auf ihre Praxistauglichkeit hin getestet. Die Verkehrswege werden gleichmaessiger ausgeleuchtet als bisher und durch eine praezise Lichtlenkung soll "Licht-Smog" weitestgehend vermieden werden.

Die Prognos AG sieht in einer Studie die besonderen Merkmale der LED in der langen Lebensdauer, der bedarfsgerechten Einsetzbarkeit und der flexiblen Regelbarkeit. *pressemitteilung*
„Bei den derzeit ueblichen Austauschzyklen von Straßenlaternen von circa drei Prozent im Jahr wuerden bis 2015 insgesamt 380’000 Tonnen Kohlendioxid in Deutschland eingespart – dies entspricht circa 15 Prozent“, beschreibt Friedrich Seefeldt, Marktfeldleiter Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Klimaschutz bei Prognos, die ersten Ergebnisse der Studie. Mit den sich bereits jetzt abzeichnenden Verbesserungen in der Lichtausbeute und der damit verbundenen Verringerung der Kosten, verfuegt diese Technik, so ein weiterer Hinweis der Studie, bereits bis 2015 ueber ein gutes Verbreitungspotenzial. Die LED Laternen koennen wegen ihrer momentanen Leuchtkraft zwar noch nicht an Hauptverkehrsstrassen eingesetzt werden, aber dank der geringeren Hoehe von lediglich 6 Metern sind sie optimal fuer den Einsatz an Promenaden und in Wohngebieten.

Wuerden in Duesseldorf, entgegen der bundesweiten Vorgabe, die 43’000 Straßenleuchten in einem rascheren Zyklus ersetzt, liesse sich fuer den gleichen Zeitraum bis 2015 gar eine Einsparung von mehr als den in der Pressemitteilung genannten 8’000 Tonnen des Treibhausgases erreichen. Das bedeutet rechnerisch die Moeglichkeit einer CO2-Reduktion von weit ueber 30 Prozent im Vergleich zu heute. Die vorhandenen Strassenlaternen verbrauchen jaehrlich 93 Millionen Kilowattstunden, was die Stadtkasse mit rund 7 Millionen Euro belastet. Eine LED Leuchte ist zwar teurer in der Anschaffung, aber wird innert 10 Jahren dank Strom- und Unterhaltsersparnis amortisiert.

In einem zweiten Teil der Studie wird die Wirtschaftlichkeit der Technologie beim Einsatz in der oeffentlichen Strassenbeleuchtung untersucht. Die umfassenden Studienergebnisse werden die Stadtwerke Duesseldorf und Prognos Anfang 2008 der Oeffentlichkeit vorstellen. Beim interessanten, angenehmen Telefonat mit dem Studienleiter Friedrich Seefeldt konnte ich noch nicht den Hersteller erfahren, aber mit dem Kontakt zu Herrn Prof. Kuipers und der Ansprechperson in den Stadtwerken bin ich zuversichtlich, doch noch an die Informationen zu kommen.

Ich weiss bis anhin, es sind keine deutschen LEDs, Tante Osram wildert wohl lieber in Kanada, als sich auf den Heimmarkt zu konzentrieren. Ihre LEDs haetten wohl eh nicht mit den Effizienzen mithalten koennen, drum wuerde ich als zweites auf CREE XR-E tippen, die ja bekanntlich momentan die effizienteste PowerLED herstellt. Als einzige trumpft sie mit einer Quarzglaslinse und kommt schon in diversen Strassenleuchten zum Einsatz. Als dritte Moeglichkeit wuerde ich noch die Philips’schen LUMILEDS sehen, deren Rebel auch den sommerlichen Hitzestau in der Leuchte wegstecken koennen, ohne gross zu degradieren. CREE und LUMILEDS waren schon zu Versuchszeiten *aug.07* verfuegbar. Aber auch die SSC P4 aus dem koreanischen Hause Seoul Semiconductors waere zu dieser Zeit schon in Massen produziert erhaeltlich gewesen, doch wurde bis anhin *IMHO* nichts kommunales in Deutschland lanciert, ausser mit der ACriche, die kommt aber effizienzbedingt wohl eher nicht in Frage.

Fuer eine genauere Analyse muessten noch weitere Daten zur Verfuegung gestellt werden, zum Einen die elektrische Anschluss Leistung, die Vorschaltgeraete und zu guter Letzt natuerlich auch die LED, bestenfalls mit Binning. Die Lebensdauer der bereits installierten Leuchten wird mit dem Betrieb der LEDs auf 50% Leistung positiv beeinflusst. Eben diese Eigenschaft bringt aber auch wieder die Zumtobel Gruppe ins Spiel der Spekulationen, deren Tempura RGB LED Spot wird auch kuenstlich getrimmt, und damit ueber die Lebenszeit eine konstante Lichtleistung bringen soll.

Uebrigens wurde im Forum ein weiterer Bericht veroeffentlicht, aus dem ersichtlich ist, dass auch noch andere Hersteller ihre LED Lampen in den Pilotversuch einfliessen lassen wollen, klingt irgendwie nach den Regensburgern…

[update 14:00]
So nun also genug der Spekulationen, Herr Prof. Kuipers hat mich ueber Mittag zurueckgerufen und wir philosophierten eine sehr angenehme halbe Stunde ueber die LED Laterne, LEDs und weitere Projekte. Die Katze ist nun aus dem Sack, denn in den vorhandenen 11 Laternen werden jeweils 25 kaltweisse SSC P4 *~3.5W* eingesetzt, pro Modul max. 3stk. und die intelligente Schaltung in der Leuchte treibt mit maximalen 50% *500mA* wohl die aeusseren, weitstrahlenden Module. Die Leistung wird bei direkt nach unten strahlenden LEDs nochmals reduziert, damit kommt die Leuchte dann auf einen Gesamtverbrauch von 36W.

Die SSC P4 wurde eingesetzt, weil sie zum Zeitpunkt der Entscheidung die effizienteste PowerLED war. Die Farbwahl, Binning und Farbwiedergabe wurde dabei nicht beruecksichtigt. Im Gespraech habe ich erfahren, dass die noerdlichen Laender *Skandinavien+*, und auch Prof. Kuipers selbst, eher auf technisches Kaltweiss stehen, waehrend die suedlicheren Laender das warmweisse Licht vorziehen. Die Lage des Pilotversuchs passt aber zum reinen kuehlen Weisslicht, da die nahe gelegene Autobahnbruecke auch eher technisch wirkt. In der Altstadt werden bestimmt andere Farben zum Einsatz kommen, wobei die alten Gaslaternen noch nicht zur Debatte stehen.


Auf die Frage, wie denn die sommerliche Hitze abgefuehrt wird, erhielt ich die Antwort mit Versuchszahlen unterlegt. So sollen im Versuch maximale Gehaeusetemperaturen von 68°C gemessen worden sein. Da die Laternen mit einer Daemmerungsregelung ausgestattet erst nach Sonnenuntergang einschalten, sollte die LED keine ungewoehnliche Degradation erleiden. Leider habe ich vergessen zu fragen, wie denn die Sensorik funktioniert, die im Videobeitrag erwaehnt wurde. Herr Prof. Kuipers verwies auch auf den Bericht im ZDF, in dem die LEDs naeher betrachtet gezeigt werden, diesen habe ich aber noch nicht online gefunden. Vielleicht erscheint ja in den Kommentaren noch ein Verweis…

[nachtrag 00:00]
Dank eines Mitwirkenden, kam ich doch noch in den Genuss, den Beitrag ueber die ZDF Mediathek zu finden, doch gewaehrt auch dieses Video keinen tieferen Blick in die Leuchte. Ein Screenshot zeigt, dass nicht alle Module voll bestueckt sind, ein gedimmtes Verhalten einzelner LEDs ist nicht zu erkennen. Die auf dem folgenden Bild gruen leuchtende Flaeche kann mittels RGB LEDs farblich gesteuert werden, ob dies auch bei einer allfaelligen Serie so zum Einsatz kommt ist noch nicht bekannt.

(c) ZDF

 

LED Leuchten auch in der Altstadt

(c) rp-online.deSeit dem 4. Dezember wird auch das im Jahre 1641 gebaute Haus Altestadt 6 mit 22 LED Spots angestrahlt und setzen damit zurueckhaltende Akzente, blenden nicht und haben einen sehr geringen Energieverbrauch. Mit 44 Watt Lichtleistung und einem einmaligen Installationaufwand von knappen 10’000 Euro war dies nur der Beginn des Siegeszuges der LED in der Altstadt von Duesseldorf. Schon am 15. Dezember kam die Herz-Jesu-Kirche an die Reihe, welche von nun an die Seitenpfeiler hervorhebt und dem Turm eine Lichtspitze aufsetzt, als Erinnerung an den Turmhelm, der Im Krieg zerstoert wurde. Im Januar folgt dann ein Jugendstilhaus am Barbarossaplatz, bei dem mit 49 Watt die Pilaster und Ornamente beleuchtet werden sollen. Auch die Beleuchtung des Marionetten-Theater wird folgen…

 

 

 

11 Gedanken zu „xmas19// Die LED Laternen zu Duesseldorf“

  1. Lieber Herr Howald,

    leider sind Sie nicht der erste, der die Pressemitteilung der SWD AG leicht verfaelscht wieder gegeben hat: die Einsparung von 12’500 t CO2 pro Jahr für die Strassenbeleuchtung von Düsseldorf bedeutet fuer das Jahr eine rechnerische Einsparung von ca. 30% und nicht von „bis zu 50%“.

    Es waere nett, wenn Sie das in Ihrem Blog beruecksichtigen, den ich ansonsten mit grossem Interesse gelesen habe.

    Mit besten Gruessen,
    Friedrich Seefeldt
    Prognos AG

  2. Sehr geehrter Herr Seefeldt,
    danke dass Sie sich die Zeit genommen haben, zum Einen fuer das angenehme Telefonat und zum Zweiten zum Gegenlesen des Artikels, um die Interpretationsfehler auszumerzen.

    Gerne aendere ich den Artikel, um die Richtigkeit sicherzustellen. Zudem verweise ich bei solchen Artikeln jeweils mit Links zu meinen Quellen, damit sich jeder Leser auch selbst ein Bild zu meinen Schlussfolgerungen und Inhalten machen kann.

    Ich hoffe Sie als neuen Leser gewonnen zu haben und freue mich schon ueber weitere Kommentare.

    Spaetestens nach Veroeffentlichen der Studie werden wir wohl wieder was zu plaudern haben…

    Mit freundlichen Gruessen
    Pascal Howald

  3. Moin,du schreibst:“Leider habe ich vergessen zu fragen, wie denn die Sensorik funktioniert, die im Videobeitrag erwaehnt wurde“

    Ist das nicht ein gewöhnlicher Dämmerungsschalter?

    Priziepiell reichen dafür ja schon ein paar Widerstände,ein Fotowiderstand und ein Transistor als Signaverstärker der dann ein Relais steuert?

  4. …heyaa john,
    es sind eben nicht nur daemmerungsschalter eingebaut, sondern scheinbar auch noch praesenzmelder, damit das licht nur angeht, wenns auch benoetigt wird.

    erwaehnt wird es im WDR videobeitrag von herrn kuipers, nach ca. 30 sekunden video laufzeit.

  5. Schöner Artikel!
    Eine Frage blieb für mich noch offen – wurde der Name des Herstellers der LED-Leuchte inzwischen gefunden?

    viele Grüße

  6. Hallo,

    was ist eigentlich mit der angekündigten Veröffentlichung der Studie Anfang 2008?
    Weis jemand ob und wo diese veröffentlicht wurde?
    Anfang 2008 ist eine relative und leider auch dehnbare Aussage. Ich jedenfalls habe die Studie weder bei der SWD AG noch bei Prognos gefunden.
    Grüße
    Hakan

  7. hallo hakan, eine anfrage nach der studie hat ergeben, dass sie noch nicht oeffentlich ist, sobald sie das wird, werde ich informiert und stelle den link herein.

    einfach wiederkehren… 😉

    regards
    pascal

  8. Hallo,

    Interessante Artikel. Ich frage mich, bis transparente LED-Folien-Glas-Laminate zu schönen Produkten für den Outdoorbereich benutzt werden könnten. Schliesslich sind LED las Treppen, LED-Glas-Tische, LED-Glas-Liftdecken auch langsam standard..

    Freundlichst
    Daniel

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