xmas3 // eisig, aber aktiv Bahnhofstrasse Zuerich


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m 24. November 2005 wurde "the world largest Timepiece", geschaffen von den Architekten Gramazio/Kohler, feierlich eingeweiht und ersetzt seither die seit 1971 eingesetzte alte Weihnachtsbeleuchtung mit 20’000 Gluehlaempchen. Entlang der Tramlinie, gut sichtbar vom Bahnhof Richtung See blickend, sind 275 Leuchtkoerper mit 32 Lichtquellen bestehend aus jeweils 28 kaltweissen Leuchtdioden in Glasfaserrohren untergebracht. Die kuehle Beleuchtung ist alles andere als Weihnachtsgefuehl tauglich, die interaktive Technik dahinter aber sehr interessant.

 

 

das innenleben in zwiebelansicht

Auch die Versinnbildlichung, der Sinn und Zweck, wurde veraendert und stellt nicht mehr einen kuenstlichen Himmel mit Sternen dar, wie es die alte Weihnachtsbeleuchtung tat. Das neue *seit2005* Konstrukt soll laut den Architekten vorallem die lineare Ausrichtung der Strasse betonen. Die Gebaeudefassaden, Trottoirs, Baumreihen und Geleise zeichnen schon den Strassencharakter, mit den an 11km Stahlseil aufgehangenen Leuchtstangen à 31kg soll eine Hoehenwirkung erreicht werden, was aber aufgrund der Grundhelligkeit der Bahnhofstrasse nicht erkennbar ist. Interaktivitaet soll, nach missglueckter Generalprobe, mittels drei Bewegungsmelder die Hektik und das Treiben in der Bahnhofstrasse abbilden und gegen Weihnacht hin beschleunigt werden, nur bekam das wohl noch keiner mit.

Fuer Gespraechsstoff sorgte die Installation allemal, nicht nur im ersten Jahr auch heute noch. Doch schon zwei Jahre nach der Neuauflage werden Stimmen laut, eine neue Weihnachtsbeleuchtung anzuschaffen, obwohl die Muster ja neu eingespielt werden koennten. Plaene und Bilder sind schon vorhanden, doch scheinen sie nichts gelernt, ich denke die Tropfen sind auch mit kaltweissen LED bestueckt, obwohl RGBs sexier waeren. Deshalb bezweifel ich, ob sie zur Einsicht gelangt sind, dass kaltes Licht nicht gerade einladend ist. Unbestaetigten Berichten zufolge, koennte die Beleuchtung heuer schon zum letzten Male die Bahnhofstrasse erstrahlen, waer meiner Meinung nach wirtschaftlich Unsinnig, kaeme dies einer Abschreibung von knappen 1.5 Millionen pro Jahr gleich und koennte ohne weiteres noch 100 Jahre halten, wenn die LEDs das schwaechste Glied der Konstruktion waeren. Aber ein solches Konstrukt/System koennte natuerlich auch verkauft werden, ich denke die Chinesen waeren dankbare Abnehmer, wollen die doch ihre gesamte Strassenbeleuchtung auf LED umstellen.

Eine Medieninformation der Stadt Zuerich aus dem Jahre 2006 attestiert der Umstellung auf LED Beleuchtung einen um 80% geringeren Energieverbrauch und gibt weitere Zahlen bekannt.

Weihnachtsbeleuchtung
  alt (1971) neu (2006)
Anz. Lampen 20’640 Gluehlampen ca.250’000 LEDs
Leistung pro Lampe 12 W
(Lichtausbeute 6 lm/W)
150 W pro Stab
(optischer Wirkungsgrad 12 lm/W)
Gesamtleistung 250 kW 41.25 kW
Brenndauer pro Jahr 40 Tage à ca. 8 h = 320 h/a 40 Tage à ca. 8 h = 320 h/a
(gedimmt + geregelt)
Stromverbrauch 84’000 kWh
(ca. 20’000 Fr.)
13’200 kWh
(ca. 2’640 Fr.)

Als Hersteller dieser Beleuchtung konnte ich die ims AG ausmachen, welche auch schon fuer die LED Beleuchtung im Parkhotel Weggis und Casino Basel verantwortlich war. Anlaesslich einer Medienkonferenz wurde das Projekt am 23. November 2005 vorgestellt und soll 2.6 Millionen gekostet haben. Auf der Website der ims AG wird irrefuehrenderweise von 275 RGB LED Leuchtstaeben gesprochen, welche aus ueber 250’000 weissen LEDs bestuenden. Doch das geeubte Auge wird schon in der grossen Nahaufnahme *oben* gesehen haben, dass keine RGB LEDs eingesetzt wurden, diese benoetigten 4 Pole zur Ansteuerung…

 

 

[Bilder]
SchweizFotos | Umweltnetz | Flickr | Bahnhofstrasse-Zuerich |   

[Quellen]
tagesanzeiger | stadt-zuerich | Blogistan | heise.de |     

 

PS: …dieser Artikel wurde gestern faelschlicherweise schon an meine Feedleser versendet, sorry!

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